Cpt. Kono hat geschrieben: ↑Do 22. Aug 2019, 00:24
Ich habe mich bei meinem Post nur auf die Platitüde bezogen das Chinesen letzten Endes entscheiden müssen wie in China gelebt wird.
Du magst es Platitüde nennen, ich beziehe mich damit auf die UN-Charta, Kap. 2, Satz 7 (Nichteinmischung)
https://www.unric.org/de/charta#kapitel2
Sehr interessant dazu auch folgender Artikel aus "Le monde diplomatique" (für Hintergrundwissen empfehle ich jedem politisch Interessierten die Hefte, die unter dem Namen erscheinen):
https://monde-diplomatique.de/artikel/!827726
Ich bin nunmal zurückhaltend, wenn es um Vorwürfe an andere Staaten geht, spätestens seit wir Deutschen vor 20 Jahren Serbien bombardiert haben unter den falschen Behauptungen "KZ" im Stadion von Priština oder dem sog. "Hufeisenplan".
Und wenn man sieht, wie der Westen bspw. 1953 einen demokratisch gewählten Premierminister Mossadegh im Iran geputscht hat und durch das brutale Shah-Regime ersetzt hat, um billig an das Öl zu kommen, bin ich skeptisch, wenn es "uns" angeblich um Menschenrechte geht.
Oft werden einfach Kampagnen im Sinne der Rüstungsindustrie gestartet und weiter geköchelt. Asien wird gerade hochgerüstet (Stichwort Taiwan, gerade massive Rüstungskäufe) und da passt "uns" jeder Konflikt.
Gerade deshalb sollte man aber nicht zu eindimensional andere betrachten und eben einen Konflikt auch mal aus Chinas Augen sehen. Oft erreicht man mit Verständnis mehr für die Nöte der Menschen vor Ort als mit Kopf-rot-Hals-dick-Attitüde und Feindbildpropaganda.
Dass China keiner rechtstaatlichen Überprüfung standhält: Darüber müssen wir aber auch dreißig Jahre nach dem gewaltsamen Beenden der Proteste auf dem Tian'anmen-Platz nicht streiten. Leider.
Aber die sogenannten "Umerziehungslager" wissen viele von uns wenig. China will wie wir auch Häftlinge resozialisieren. Das bedeutet in China aber anderes als bei uns, weil dort das Freie Denken, das Freie Reden nicht erwünscht ist und kulturelle Vielfalt abgelehnt wird (Uiguren). Btw. in weiten Teilen Asiens - auch Japan ist eine ganz abgeschottete Kultur, quasi keine Zuwanderung. Ich wehre mich aber dagegen, mich triggern zu lassen mit Worten wie "Umerziehungslager". Wer immer nur negativ auf ein Land schaut, wird auch nur Negatives finden, das gilt für China, für Russland, für die USA und andere.
Ich habe aber Chinesen kennengelernt, die sich über unsere (und früher auch meine) Überheblichkeit gewundert haben, dass wir uns für allinformiert halten und die Chinesen für gegängelte Hinterwäldler. Nur das System ist eben dort sehr repressiv und stabil und es werden mehr Leute weggesperrt als bei uns bspw. ein Herr Gustl Mollath oder auch eben mehr Leute misshandelt als bei uns ein blind geschossener Stuttgart 21-Protestler.
Ich weiß aber bspw. nicht, ob Guantanamo oder die Drohnentötungen auf Verdacht so viel besser sind. Hier wie da wird mit Gegnern des Systems nicht gerade zimperlich umgegangen.
@Kono: Bei neuen Mitgliedern muss man sich nicht immer neu erklären. Aber du hattest mich fehlinterpretiert.
Ich drücke HK-Chinesen die Daumen, dass sie ihre Art zu leben nicht ändern müssen, dass sie keine Angst haben, keinen Freiheitsverlust verspüren müssen. Ich will aber keine eskalierende Lage und am Ende eine Diskussion über Schutzmissionen, sprich eine Militäreskalation.
Und nur Feindbildpflege ist auch nicht meins.