teddy hat geschrieben: ↑Fr 10. Jul 2020, 20:05
Mister L hat geschrieben: ↑Fr 10. Jul 2020, 09:27
.... denn natürlich gibt es Nachteile von Masken, speziell bei dyspnotischen Personen - da braucht man keinen Verweis auf nicht existente Studien zu Stoffmasken:
Ethische Frage: darf man *einem* Mitmenschen etwas sehr gravierendes aufzwingen, wenn damit verhindert werden koennte, das *hundert* oder mehr andere Mitmenschen Schaden davontragen?
Gruesse, Peter.
Das ist in der Tat eine ethische Frage. Genauso wie "darf man Millionen Menschen etwas aufzwingen, was sie schädigt und einigen wenigen helfen kann?"
Diese Fragen wurden ja anfangs nicht behandelt. Der R-Faktor ging nach Schließung von Großveranstaltungen und Clubs schon mal auf unter 1, vor dem kompletten Herunterfahren mit Berufsverboten bis Ausgangssperre. Dennoch wurde früh heruntergefahren und dann zu lange, aus Sorge, dass die Bevölkerung sonst zu nachlässig wird.
Meine LG wurde drei Monate nicht operiert, drei Monate Schmerzen, kaum Schlaf, kaum bewegen können. Sie quälte sich zur Arbeit und zurück und lebte mit der Ungewissheit, wann es endlich losgeht. Andere mit verschobenen Chemotherapien, mit anderen nicht behandelten schweren Erkrankungen haben Nachteile gehabt, da gibt es sicher viele vorzeitig Verstorbene.
Die Krankenhäuser waren leer, die Mitarbeiter bummelten Überstunden ab. Die demente Mutter (lebt noch bei ihrem Mann) eines Freundes kam mit Oberschenkelhalsbruch in die Klinik und Reha. Lange ohne dass Angehörige sie besuchen konnten. Es hätte gut der Abschied für immer beim Rettungswagen und eine Beerdigung selbst ohne alle Kinder geben können.
Oder denken wir an Schul- und Kitakinder ohne soziale Kontakte, mehr häusliche Gewalt: Das schädigt nachhaltig.
Da habe ich mir schon diese ethische Frage gestellt. Aber wohl umgekehrt, also: Ist jede Maßnahme, die möglicherweise Menschen helfen kann, anderen aber schadet, richtig?
Wir müssen dauerhaft mehr Abstand halten, Hygiene beachten und ja, Masken tragen sollte helfen, bspw. in vollen Bussen und Bahnen, wo der Abstand nicht eingehalten werden kann. Dann wird es mal größere Ausbrüche geben oder eben mal ganz wenige Infizierte. Irgendwann werden es wohl mal 2/3 durchgemacht haben, dann ist auch wieder das Leben wie früher drin. Es sei denn, ein Impfstoff kommt, aber da sollten wir uns nicht als einzige Hoffnung dranklammern, das kann schnell gehen, aber vielleicht dauert es viele Jahre.
Inzwischen wissen wir doch, dass die Infektion meist ganz harmlos erfolgt, die meisten bekommen das nicht einmal mit. Es gibt aber auch die ganz schweren Verläufe. Aber die Sterblichkeit ist - bezieht man die nicht erkrankten Infizierten mit ein - ja eher niedrig. Also in Ischgl mit praktisch flächendeckenden Antikörpertests 0,25%.
https://www.merkur.de/welt/corona-ischg ... 10828.html
Deshalb ist Vorsicht angebracht und das heißt v.a. Hygiene. Aber immer diese Forderungen nach neuen Log Downs halte ich für verkehrt.
Zahlen sehen, einordnen, dann klappt das auch mit einer gesunden Einschätzung von Risiken.